MEDIAS 2 BASIS - deutsch - Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zu MEDIAS 2 BASIS

Auf dieser Seite haben wir Antworten auf Fragen, die häufig an uns gerichtet werden, zusammengestellt. Wenn Sie selbst eine Frage haben, auf die Sie hier keine Antwort finden, benutzen Sie bitte unser Kontaktformular, um Ihre Frage an uns zu stellen. Wir werden Ihnen Ihre Frage gerne beantworten.

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An welche Zielgruppe richtet sich Medias 2 BASIS?

Medias 2 BASIS ichtet sich an Menschen im mittleren Lebensalter (40 bis 65 Jahre), die noch nicht mit Insulin behandelt werden. Allerdings ist die Altersbeschränkung von 65 Jahren keine starre Grenze, da es keine überzeugenden empirischen Beweise gibt, dass nicht auch ein 67jähriger von diesem Therapieprogramm profitieren kann. Ganz generell ist jedoch festzuhalten, dass sich die Therapieziele und die Prognose eines Patienten sich mit steigendem Lebensalter verändern. Ebenfalls ist die Fähigkeit, grundlegende Verhaltensweisen zu verändern im höheren Lebensalter sicher anders zu bewerten, als in einem jüngeren. Hier ist im Einzelfall sicher eine Abwägung zu treffen, inwiefern ein Teilnehmer von Medias 2 BASIS profitieren kann. Idealerweise erhalten Teilnehmer das Angebot für einen Schulungskurs zeitnah nach der Diagnosestellung. Medias 2 BASIS versteht sich als umfassende Basisschulung und thematisiert als Risikofaktoren für Folgeerkrankungen auch den Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und das Rauchen.


 

Wie viele Personen können an einem Kurs teilnehmen? Welche Gruppengröße ist zu empfehlen?

Die optimale Gruppengröße besteht zwischen sechs und acht Teilnehmern. Diese Zahl hat sich z.B. auch bei Adipositas-Gruppenschulungen bewährt. Zu kleine Gruppen haben die Gefahr, dass keine Gruppenatmosphäre entsteht und zu wenig Möglichkeiten zum Austausch und Modelllernen gegeben sind. Bei einer zu großen Gruppe (über 10 Personen) besteht die Gefahr, dass für Wortmeldungen und interaktives Arbeiten in einer Gruppe zu wenig Zeit verbleibt.


 

Wieviele Kurseinheiten umfasst Medias 2 BASIS und wie lange dauert ein Kurs?

Medias 2 BASIS kann mit 12 Kurseinheiten (jeweils 90 Minuten) oder in einer komprimierten Fassung mit 8 Kurseinheiten durchgeführt werden. Bei entsprechend vorliegenden Curricula können die Folien auch für die Schulung mit 8 Kurseinheiten zusammengestellt werden. Darüber hinaus können Sie bei der Vorbereitung eines Kurses sowohl auf ein Manual für 12 als auch für 8 Kurseinheiten zurückgreifen. Für beide Versionen wurden im Rahmen von Evaluationsstudien Nachweise der Wirksamkeit im Hinblick auf stoffwechsel- und verhaltensrelevanter Parameter erbracht. Schwerpunkt von Medias 2 BASIS ist die Initiierung von diabetesrelvanten Verhaltensänderungen im Alltag. Daher ist es günstig, wenn die Teilnehmer zwischen den Kurseinheiten ausreichend Zeit für das Erproben und Umsetzen neuer Fertigkeiten haben. Schulungseinrichtungen haben die besten Erfahrungen mit der Durchführung von einer Kurseinheit pro Woche gemacht. Damit beträgt die Kursdauer bei 12 Kurseinheiten etwa ein Quartal (bei 8 Kurseinheiten etwa zwei Monate).


 

Sind Angehörige eingeladen, am Kurs teilzunehmen?

Im Gegensatz zu eher traditionellen Schulungsprogrammen, soll bei Medias 2 BASIS die Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer gefördert und gestärkt werden. Dies setzt voraus, dass jemand tatsächlich auch selbst Diabetes hat. Bei einer fortwährenden Teilnahme von Angehörigen besteht die Gefahr variabler Gruppengrößen und einer hohen Fluktuation, was das Entstehen eines starken Zusammenhalts in der Gruppe erschwert. Angehörige werden daher bei Medias 2 BASIS zu bestimmten Kurseinheiten eingeladen, in denen deren Fragen und Anliegen aufgegriffen werden und Lösungen für einen günstigen Umgang mit dem Diabetes in der Familie erarbeitet werden.


 

Wie häufig sollten die Teilnehmer zum Kurs erscheinen?

Die Teilnehmer profitieren am meisten von einer regelmäßigen Teilnahme. Es ist günstig, Patienten bereits im Vorfeld darauf aufmerksam zu machen. Um einem Interessenten die Entscheidung zu einem Kurs zu erleichtern, kann die erste Kurseinheit als „Schnuppereinheit“ angeboten werden. Danach sollte sich der Teilnehmer verbindlich für eine weitere regelmäßige Teilnahme am Kurs entscheiden. Um Erfolge eines Schulungskurses bei der Veränderung des Ess- und Bewegungsverhaltens oder einer Gewichtsabnahme zu stabilisieren, empfiehlt es sich, die Schulung mit regionalen Bewegungsangeboten (Lauftreffs, Diabetes-Sportgruppen, Angebote von Vereinen oder Volkshochschulen) zu vernetzen sowie Kontakte zu Diabetes-Selbsthilfegruppen zu pflegen.


 

Welche Begleitmaterialien gibt es für den Kurs? Werden die Kosten erstattet?

Im Patientenhandbuch „Typ-2-Diabetes selbst behandeln“ sind alle Inhalte des Kurses übersichtlich zusammengefasst. Komplexe Inhalte werden in einfachen Worten dargestellt und anschaulich illustriert. Das Buch enthält neben einem Selbstkontrollheft und einer Kalorienbausteintabelle Übungsblätter, mit deren Hilfe die Teilnehmer ihr bisheriges Verhalten strukturiert beobachten und persönliche Ziele festlegen können. Ein Einzelexemplar liegt Ihrem Schulungskoffer bei. Das Patientenbuch sowie alle anderen Verbrauchsmaterialien, können Sie direkt beim Kirchheim-Verlag in Mainz oder in unserem Online Shop direkt hier auf unserer Webseite bestellen.


Das Patientenbuch (inkl. Selbstkontrollheft, Kalorienbausteintabelle und Arbeitsblättern) ist in den meisten DMP-Verträgen über eine eigene Abrechnungsziffer vergütbar. Im Menü „DMPs“ auf dieser Webseite finden Sie die entsprechenden Diabetes-Verträge und die Schulungsmaterialziffer für Ihre Region.


 

Gibt es Möglichkeiten, sich gezielt auf die Umsetzung von Medias 2 BASIS Kursen vorzubereiten? Welche Qualifikation muss ein Kursleiter von MEDIAS 2 BASIS haben?

Das Forschungsinstitut Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) bietet in Deutschland Seminare für qualifizierte Schulungskräfte an, um mit der Umsetzung von Medias 2 BASIS vertraut zu werden. Inhaltlich befassen Sie sich mit dem Konzept „Selbstmanagement“, lernen das Schulungsprogramm kennen und üben die praktische Durchführung von Medias 2 BASIS ein. Als Eingangsvoraussetzung zu einem speziellen Ausbildungsseminar ist eine Qualifikation als Arzt/Ärztin, Psychologe/-in, Pädagoge/-in, Diabetesberater/-in oder Diabetesassistent/-in notwendig und Sie sollten Erfahrung in der Patientenschulung aufweisen.

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Gibt es Patienten, die besonders von dem Schulungs- und Behandlungsprogramm MEDIAS 2 BASIS profitieren? Gibt es Patienten, für die MEDIAS 2 nicht geeignet ist?

In unserer Studie haben sich keinerlei Prognosefaktoren für den Kurserfolg oder -misserfolg ergeben. Alle Variablen wie Alter, Diabetesdauer, Geschlecht, Bildungsstand, Ausmaß des Übergewichtes, psychische Belastungen etc. erwiesen sich als nichtsignifikante Prognosefaktoren. Dies bedeutet, dass es keine validen Aussagen darüber gibt, wer von dem Kurs profitieren wird und wer eher nicht. Voraussetzung für die Teilnahme am Schulungsprogramm ist jedoch sicher die Fähigkeit, die deutsche Sprache zu verstehen und lesen und schreiben zu können.


 

Können auch Typ-2-Diabetiker im mittleren Lebensalter, die nicht Übergewichtig sind, von einer Teilnahme bei MEDIAS 2 profitieren?

Die Reduktion des Körpergewichtes ist eine von verschiedenen Behandlungsoptionen bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes. Wenn sichergestellt ist, dass bei dem Patienten im Moment keine zusätzliche Insulingabe erfolgen soll, kann dieser Patienten selbstverständlich an den MEDIAS 2 Kursen teilnehmen. Er lernt hier alle Basisvoraussetzungen für einen guten Umgang mit dem Diabetes. Wenn man alle Patienten ohne Übergewicht ausschließen wollte, so müsste man denselben Ansatz auch wählen für Patienten, die z.B. keinen Bluthochdruck oder noch kein Fußproblem haben. Dies wäre sicher nicht sinnvoll.


 

Wie erfährt der Hausarzt die Ergebnisse der Schulung?

In dem Fall, dass der behandelnde Arzt nicht selbst die Schulung durchführt, ist vorgesehen, dass er bei der Überweisung der Schulung ein Informationsblatt erhält, in dem die wesentlichen Schulungsinhalte aufgeführt sind. So kann sich ein Hausarzt vorab ein Bild machen, was sein Patient lernen wird. Zum Abschluss der Schulung werden die Ergebnisse für den Patienten in einem „Patientenbrief“ zusammen gefasst. Der Hausarzt bzw. der primär behandelnde Arzt bekommt einen „Schulungsbrief“ in dem die wesentlichen Ziele des Patienten – selbstverständlich mit seinem Einverständnis – zusammen gefasst sind. Dies soll ermöglichen, dass ein optimaler Transfer zwischen Schulung und der weiteren Behandlung gewährleistet ist.


 

Gibt es Empfehlungen für die Ausstattung des Schulungsraumes?

Für eine angenehme Gruppenatmosphäre ist ein heller lichter Raum sicher günstig. Empfehlenswert ist es einen Stuhlkreis zu bilden, in den der Kursleiter auch integriert ist. Bei der Anordnung der Stühle bevorzugen wir einen Kreis, damit jeder Teilnehmer die Möglichkeit hat, mit den anderen Teilnehmern Kontakt aufzunehmen und mit ihm zu kommunizieren. Ein „Frontalunterricht“ sollte vermieden werden. Auch eine Verdunkelung des Raumes für die Präsentation der Folien sollte vermieden werden, da dies eine Aktivteilnahme am Gruppengeschehen eher verhindert.


 

Welche Bedeutung messen Sie dem Blutdruck in dem Schulungs- und Behandlungsprogramm zu?

Spätestens nach der UKPDS-Studie ist klar, dass dem Blutdruck eine sehr große Bedeutung bei der Behandlung von Typ-2-Diabetikern zukommt. Wir sind daher der Meinung, dass der Blutdruck integraler Bestandteil eines Schulungsprogrammes für Typ-2-Diabetiker sein muss. Deshalb ist in unserem Schulungsprogramm der Blutdruck als eine ganz wichtige Therapiemaßnahme gekennzeichnet und dementsprechend viel Raum eingeräumt.

 

 

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